Unsere Schule wurde mit ihrem Projekt- und Praxistag zum diesjährigen Förderpreis „Verein(t) für gute Kita und Schule“ nominiert. Der Preis stand in diesem Jahr unter dem Motto „Handwerk l(i)eben“. Wir freuten uns sehr über diese Einladung und die Möglichkeit, an der Festveranstaltung in Berlin teilnehmen zu dürfen.
Mit der Nachricht über einen für Freitag, den 08.12.23 angekündigten Warnstreik bei der Deutschen Bahn, stand unsere Reise zur Preisverleihung zunächst unter keinem guten Stern.
Aber wir wären nicht die Werkstattschule, wenn wir an einer solchen Hürde stolpern würden. Also planten wir spontan um und entschlossen uns, bereits am späten Nachmittag des Vortags abzureisen. Natürlich zeigten sich auch hier bereits die Vorboten des Streiks. Unseren Anschluss-ICE in Erfurt schafften wir wegen der Verspätung der Regionalbahn nicht. Das Schicksal meinte es dann doch gut mit uns und stellte uns einen völlig verspäteten ICE, der auch nach Berlin unterwegs war, am Gleis gegenüber, bereit.
Wie James Bond hechteten wir uns also in diesen Zug - gut, vielleicht sind unsere Erinnerungen daran ein wenig übertrieben - aber es war keineswegs weniger aufregend.
Tatsächlich kamen wir dann in Berlin an und konnten unsere Unterkunft beziehen.
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf zum Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in der Invalidenstraße 48, in dem die Preisverleihung statt fand.
Nach einem Sicherheitscheck bekamen wir unsere Namensschilder und bauten unseren Informationsstand im Pressefoyer auf, um unsere Schule und unseren Projekt- und Praxistag präsentieren zu können. Um 12 Uhr begann die Festveranstaltung, in der zunächst alle Projekte vorgestellt wurden. Es war beeindruckend, welche innovativen Projekte und Ideen Kitas, Grundschulen, weiterführende Schulen und Schülerfirmen aus ganz Deutschland eingereicht haben. Ebenso interessant waren die Gespräche, die wir mit den Vertretern anderer Schulen führen konnten.
Der Moderator Julian Janssen, bekannt aus seiner KIKA-Sendung „Checker Julian“ führte uns, mit witzigen Bewegungsübungen begleitet, durch das Programm. In den Pausen konnten wir es uns auch am Buffet gut gehen lassen und uns stärken. Am Nachmittag gab es ein Panel - eine Gesprächsrunde von und mit Kindern und Jugendlichen - in dem sie ihre Gedanken und Ideen rund um Schule, Ausbildung und Zukunft präsentieren konnten. Sie machten sich Gedanken, wie sie sich ihr späteres Berufsleben vorstellen und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen. Dabei wurde deutlich, dass sie sich mehr selbstständiges Arbeiten wünschten, um ihren eigenen Weg zu finden. Zudem kritisierten sie den hohen Theorieanteil in Schulen, der vermehrt durch praxisorientiertes Lernen ersetzt werden sollte.
Gegen 15.30 Uhr wurde es dann spannend, die Prämierung der drei besten Projekte stand an. Eine Jury aus Vertretern der Stiftung, des Ministeriums und Handwerkern wählten ihre Favoriten. Zusätzlich gab es einen Publikumspreis, bei dem im Vorfeld jeder online abstimmen konnte.
Unser Herz schlug uns bis zum Hals, bis zur letzten Minute fieberten wir mit und drückten uns selbst die Daumen. Leider waren wir dieses Jahr nicht unter den drei Bestplazierten, wurden aber mit einer Urkunde für unsere Teilnahme ausgezeichnet - immerhin hatten wir es unter die besten 32 von über 100 Projekten geschafft. Das muss man auch erst einmal erreichen.
Wir sind sehr dankbar für die tolle Erfahrung und die gesammelten Erlebnisse, da es uns zeigt, dass wir mit unserem Projekt- und Praxistag ein gutes zeitgemäßes Konzept entwickelt haben und auf dem richten Weg sind. Wir sind immerhin eine junge Schule im Aufbau und können sehr stolz darauf sein, was wir in den nicht einmal fünf Jahren bereits alles erreicht haben.
Somit heißt es jetzt also: „Auf zum nächsten Preis!“
Fabian J. (9a) und Herr Leib